Ein Jahr Innovationswerkstatt: Herausforderungen und Erkenntnisse

Vor genau einem Jahr, im November 2020, wagten wir uns mit der Innovationswerkstatt an die Öffentlichkeit. Der Zeitpunkt schien wie eine große Herausforderung, insbesondere wegen der anhaltenden Coronakrise. Jetzt ist es an der Zeit, ein Resümee zu ziehen.

Unser Interesse und unser Schwerpunkt in Sachen Innovation galt von Anfang an den greifbaren Produkten und dem Optimieren von Entwicklungs- und Produktionsprozessen. Dank unseres Backgrounds im Design und der Produktentwicklung lag es auf der Hand, dass wir dieses Know-how nutzen, um auch insbesondere Gründer und mittelständische Unternehmen dabei zu unterstützen, das Beste aus ihren Ideen heraus zu holen.

Dahinter stand zum einen die Motivation, unser Wissen an die jungen, motivierten Menschen weiter zu geben, die wir in den vergangenen Jahren immer wieder im Rahmen von Semesterpraktika kennen lernen durften. Zum anderen sehen wir vor allem bei den mittelständischen Unternehmen um uns herum die Herausforderung, dass Innovation und innovative Produkte so gefragt sind wie nie. Diese Unternehmen sehen sich aber in der Zwickmühle, dass innovative Produktentwicklung ein Kostenfaktor ist, der insbesondere in der jetzigen schwierigen Zeit ein finanzielles Risiko ohne Garantie auf Erfolg darstellt.

Gründen liegt im Trend

Und das ist auch gut so. Wir brauchen Gründer mit neuen, frischen Ideen. Gründer mit guten Ideen brauchen aber auch Unterstützung dabei, diese Ideen umzusetzen und serientauglich zu machen. Heutzutage gibt es viele Aspekte, z.B. der Nachhaltigkeit und Kommunikation, die in der Produktentwicklung berücksichtigt und optimiert werden müssen.

Dank unserer langjährigen Erfahrung in unseren Werkstätten mit Design- und Entwicklungsschwerpunkt und unserer Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen, sind wir in der Lage, ein Produkt effizient zu analysieren und an den richtigen Stellen in Sachen Optimierung anzusetzen. Wir bringen die Herangehensweise der Industrie und die Flexibilität eines kleinen Betriebes in den Prozess mit ein.

Gründer, Start-ups und Erwartungen

Im Laufe des Jahres 2021 hatten wir die Gelegenheit, unseren Ansatz als Innovationswerkstatt zu testen. Unsere Erwartungen an die Start-up Szene haben sich nicht so entwickelt, wie wir uns das vorgestellt hatten. Es wird viel über Vertrieb und Kapital geredet und weniger über das, was man letztlich vertreiben will. Und das, obwohl nach dem Deutschen Startup Monitor 2021 die Produktentwicklung unter den von Start-ups gelisteten Herausforderung auf Platz zwei kommt — nach der Kundengewinnung und vor der Kapitalbeschaffung.

Eine klare Identität ist wichtig

Unser Fazit aus diesen Erfahrungen ist, dass wir in Zukunft unsere Partner aus der Industrie stärker in den Fokus rücken wollen. Wir haben gute Erfahrungen gemacht mit Investoren, die mit einer Produktidee an uns heran treten und so Ausgründung aus bereits bestehenden Unternehmen vorantreiben.

Hinzu kommt, dass wir einen Bedarf sehen, uns von den „Maker Spaces“ zu differenzieren, in die Welle derer wir zeitlich geraten sind. Wir sind kein Maker Space und auch keine Coaches für Produktfindung, sondern ein Wirtschaftsunternehmen mit Tagesgeschäft, das bereits vorhandene Produktideen in Sachen Machbarkeit und Fertigung berät und unterstützt bzw. Prototypen anfertigt. Wir unterstützen Gründer und Investoren dabei, Produkte und entwickeln, zu designen und zu optimieren — vorhandenen Ideen und Konzepte vorausgesetzt. Wir werden nicht von einer anderen Einrichtung getragen, sondern organisieren uns selbst, sind für unsere Projekte verantwortlich und nicht involviert im Ringen um Fördergelder. Für gemeinsame Projekte bieten wir den Raum, vor Ort an diesen zu arbeiten.

Diese klare Positionierung ist etwas, das wir aus dem ersten Jahr der Innovationswerkstatt mitnehmen werden. Sie zu finden und nach außen hin zu formulieren war vielleicht die größte Herausforderung für uns und etwas, woran wir auch im kommenden Jahr arbeiten werden.

Wir freuen uns schon drauf.